Auszeichnung in Mainz würdigt digitales Lernen, informatische Bildung und individuelle Förderung
Die IGS Hamm/Sieg darf sich künftig offiziell „Digitale Schule“ nennen. Im Rahmen einer Feierstunde in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz wurde die Schule gemeinsam mit weiteren Schulen aus Rheinland-Pfalz für ihr besonderes Engagement im Bereich der digitalen Bildung ausgezeichnet. Für die IGS Hamm/Sieg nahmen die didaktische Koordinatorin Barbara Meyer und der stellvertretende Schulleiter Andreas Schindele die Auszeichnung entgegen.
Insgesamt wurden bei der Veranstaltung 62 Schulen aus Rheinland-Pfalz geehrt. Bildungsministerin Dr. Ute Eiling-Hütig übergab die Siegel gemeinsam mit der bundesweiten Initiative „MINT Zukunft schaffen!“. 45 Schulen erhielten die Auszeichnung „MINT-freundliche Schule“, 28 Schulen das Siegel „Digitale Schule“.

Digitalisierung ist mehr als technische Ausstattung
An der IGS Hamm/Sieg versteht man Digitalisierung dabei nicht allein als Ausstattung von Klassenräumen mit moderner Technik. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage, wie digitale Medien und informatische Kompetenzen das Lernen sinnvoll unterstützen und Schülerinnen und Schüler auf eine zunehmend digital geprägte Lebens- und Arbeitswelt vorbereiten können.
Dafür wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Bausteine entwickelt und miteinander verbunden. Ein großer Teil der Schülerinnen und Schüler arbeitet inzwischen mit eigenen iPads, alle Lehrkräfte verfügen über ein Dienst-iPad. Einheitlich verwaltete Apps sorgen dafür, dass im Unterricht eine gemeinsame technische Grundlage vorhanden ist. Darüber hinaus sind die Unterrichtsräume mit digitalen Tafelsystemen ausgestattet.
Wichtig ist der Schule dabei insbesondere die digitale Teilhabe. Die finanziellen Möglichkeiten des Elternhauses sollen nicht darüber entscheiden, ob ein Kind digital am Unterricht teilnehmen kann. Schülerinnen und Schüler aus einkommensschwächeren Familien können deshalb Leih-iPads erhalten. Zusätzlich stehen mehr als 40 schulische Geräte in iPad-Koffern zur Verfügung, die flexibel im Unterricht eingesetzt werden können.
Informatische Bildung von der Mittelstufe bis zur Oberstufe
Neben der Nutzung digitaler Medien legt die Schule einen besonderen Schwerpunkt auf informatische Bildung. Informatik ist regelmäßig mit Grundkursen in der gymnasialen Oberstufe vertreten. In der Sekundarstufe I werden entsprechende Kompetenzen unter anderem im Wahlpflichtfach KuM sowie in verschiedenen Angeboten des Ganztagsbereichs vermittelt.
Auch die Begabtenförderung im schuleigenen Pegasusprogramm greift digitale und technische Themen auf. In den vorhandenen Maker-Spaces können Schülerinnen und Schüler beispielsweise eigene Ideen entwickeln, konstruieren und praktisch erproben. Die Räume stehen nicht nur Arbeitsgemeinschaften und dem Pegasusprogramm zur Verfügung, sondern werden ebenso für Projekte im regulären Unterricht genutzt. 3-D-Drucker und eine umfangreiche Videoausstattung eröffnen dabei Möglichkeiten vom technischen Konstruieren bis hin zum kreativen medialen Arbeiten.
Digitale Werkzeuge für individuelles Lernen
Digitale Anwendungen werden zudem gezielt für Diagnose, Förderung und individuelle Lernwege eingesetzt. Im Rahmen des Digitalisierungsprojekts „Schule der Zukunft“ führt die Schule beispielsweise in den Klassenstufen 5, 7 und 9 zentrale Lernstandserhebungen durch. Die Ergebnisse sollen helfen, Lernprozesse genauer zu betrachten, Wissenslücken zu erkennen und Schülerinnen und Schüler gezielter zu fördern oder auch herauszufordern. Ergänzt wird dies durch digitale Lernangebote und Diagnostikinstrumente, unter anderem für Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache.
Auch im Bereich der Inklusion eröffnen digitale Medien neue Möglichkeiten. Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf können beispielsweise Vorlesefunktionen oder individuell bereitgestellte digitale Lernmaterialien nutzen. Damit wird das iPad nicht nur zum Unterrichtsmedium, sondern kann ganz konkret dazu beitragen, Barrieren beim Lernen abzubauen.
Die Auszeichnung als „Digitale Schule“ würdigt damit einen Entwicklungsprozess, der viele Bereiche des schulischen Alltags umfasst – von der technischen Infrastruktur über die Unterrichtsentwicklung und Lehrerfortbildung bis hin zur individuellen Förderung.
Text: Andreas Schindele
Foto: Frank Eppler (C)


